30.01.2018

Tablets und Notebooks sicher für Kinder einrichten

Eltern werden schnell nervös, wenn der Nachwuchs Zeit im Internet verbringt. Um sowohl die Inhalte als auch die Zeit einzugrenzen, gibt es viele Möglichkeiten. Aber: Ein Allheilmittel, die Kinder vor unerwünschten oder gar schädlichen Inhalten zu schützen, sind auch diese nicht.

Eltern wollen Sicherheit und Kontrolle

Wer seinen Nachwuchs vor endlosem Zocken oder nicht jugendfreien Inhalten bewahren möchte, hat einige Möglichkeiten zumindest zum Teil die Kontrolle über das Surf-Verhalten des Nachwuchses zu übernehmen.

 

In der Regel bewerten Eltern und Kinder das Surf-Verhalten des Nachwuchses komplett anders. Um den Familienfrieden und somit die eigenen Nerven zu schonen, gibt es ein paar Dinge, die beachtet werden sollten – dann können Kinder sicher im Internet surfen und die Eltern sich entspannt zurücklehnen.

 

Nutzerkonto einrichten

Es ist sinnvoll, für den Nachwuchs ein eigenes Nutzerkonto einzurichten. Das ist sowohl bei Windows 7 und Windows 10 als auch bei Apples macOS möglich. „Kinder bekommen keine Administratorenrechte, die bekommen nur Eltern“, empfiehlt Peter Siering, von der Fachzeitschrift „c’t“. Mit einem solchen eingeschränkten Konto können Kinder nur mit Zustimmung der Eltern Programme installieren oder Einstellungen verändern.

 

An Jugendschutz denken

Wer ein Tablet oder ein Notebook von Apple besitzt, hat es leicht. Gleich bei der Einrichtung des Kontos kann eine Kindersicherungsoption ausgewählt werden. In einer Liste haben Eltern die Möglichkeit, per Mausklick bestimmen, ob und wie lange das Internet, iTunes oder Spiele genutzt werden dürfen. Praktisch: Der Webcam-Zugriff lässt sich ebenfalls verhindern.

 

Nutzer von Windows 10 können mit Microsofts Familienfunktionen im eigenen Konto verknüpfte Microsoftkonten für den Nachwuchs anlegen. Somit kann man die Computeraktivitäten steuern – und bei Bedarf eingreifen. Praktisch: Diese Einstellungen gelten für jedes Windows-10-Gerät, an dem sich das Kind anmeldet.

 

Zeitlimits setzen

„Ein Zeitlimit ist immer dann gut, wenn ein Kind von pausenloser Beschäftigung mit Medien überfordert ist“, sagt Kristin Langer, Medientrainerin bei der Aktion „Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht“. Bei Windows 7, 8, 10 und macOS können stundengenaue Zeiträume angelegt werden, in denen ein Nutzerkonto Zugriff auf das Tablet oder den Laptop hat.

 

Bestimmte Programme freigeben oder sperren

Windows und macOS erlauben bei eingeschränkten Nutzerkonten (Windows 7 oder macOS) oder über die Familiensteuerung (Windows 10) auch die Freigabe beziehungsweise Sperre einzelner Programme und Spiele. Damit können Eltern beispielsweise festlegen, dass nur Textverarbeitung und Internet sowie altersgerechte Spiele gestartet werden dürfen.

 

Filter nutzen

Nicht alle im Internet zur Verfügung stehenden Inhalte sind für Kinder geeignet. Hundertprozentigen Schutz vor unangemessenen Inhalten gibt es zwar nicht. Aber die Betriebssysteme bieten die Möglichkeit einer Filterung. Über macOS können Eltern Listen von freigegebenen Webseiten anlegen. Somit können Kinder nur diese Seiten aufrufen. Solche Ausschlusslisten (Blacklists) oder Freigabelisten (Whitelists) können auch in den Einstellungsmenüs vieler Router angelegt werden. Zudem können bestimmte Stichworte gesperrt werden.

 

Vollkommene Kontrolle vermeiden

Mit Microsofts Familienoptionen sowie der Kontenverwaltung von macOS erhalten Eltern einen recht genauen Einblick darin, was der Nachwuchs im Internet alles tut. Eltern kennen die besuchten Webseiten, die Nutzungszeiten oder gestarteten Programme. Aber: Man sollte darauf achten, dass die Kontrolle im Rahmen bleibt. „Harte Kontrolle ist eine gute Basis für konfliktträchtige Auseinandersetzungen“, sagt Medientrainerin Kristin Langer.

 

Um das zu verhindern, sollte der Nachwuchs mehr angeleitet werden. Dazu zählen auch die Vermittlung und das Vorleben einer guten Medienkompetenz. Zudem sollten Eltern auf Gespräche setzen. Gleichzeitig gilt: Technik ist nicht alles. Das findet auch Langer: „Technische Lösungen sind nur eine Unterstützung.“ Statt unzählige Sperren einzurichten, plädiert die Expertin dafür, Kindern immer zu erklären, warum sie für manche Inhalte vielleicht noch zu jung sind. Klare Verabredungen funktionierten in der Regel. Und: „Wenn man miteinander im Gespräch bleibt, braucht man die Kontrolle nicht“, ist sich Langer sicher. „Weil sich dann die Kinder bei Problemen melden.“

 

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